{"id":15492,"date":"2019-01-17T08:04:33","date_gmt":"2019-01-17T08:04:33","guid":{"rendered":"http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/?p=15492"},"modified":"2024-04-19T08:43:46","modified_gmt":"2024-04-19T08:43:46","slug":"interview-wolfgang-eikens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/chinese-boxing-starten\/interview-wolfgang-eikens\/","title":{"rendered":"Interview: Wolfgang Eikens"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\" style=\"text-align: center;\"><strong>\u201e<\/strong><strong>Meine heutige Motivation Kampfkunst zu machen ist, dass ich\u00a0<\/strong><strong>lerne, immer entspannter zu werden. Dass ich runterkomme von d<\/strong><strong>iesem Trip: schneller, h\u00f6her, weiter. Ich lerne mit den\u00a0<\/strong><strong>Ressourcen,\u00a0<\/strong><strong>die ich habe, einigerma\u00dfen vernu\u0308nftig zu haushalte<\/strong><strong>n.\u201c<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Olaf Pachten holte Wolfgang Eikens an einem Samstag Nachmittag Mitte Mai zu Hause ab und sie fahren fu\u0308r das Interview zu einem Ausflugsort in der N\u00e4he, im Hermann-L\u00f6ns-Park in Hannover-Kleefeld. Das Lokal befindet sich in einem alten Fachwerkhaus am Rande eines Weihers. Sie sitzen drau\u00dfen, bei Kaffee im K\u00e4nnchen und gefu\u0308hlten minus drei Grad Au\u00dfentemperatur. Wolfgang hatte den ganzen Nachmittag Zeit und da sich beide seit vielen Jahren kennen und lange nicht gesehen haben, gibt es viel zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Wolfgang, ich wollte dich zu Beginn fragen, wie du eigentlich zur Kampfkunst gekommen bist. Hast du als Kind schon angefangen oder als Jugendlicher? Was war fu\u0308r dich das Erlebnis, das dich zur Kampfkunst gebracht hatte?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Ich war eigentlich jemand, der immer sehr defensiv war. Ich war zuru\u0308ckhaltend und hatte im Stadtteil Kleefeld, wo ich gro\u00df geworden bin, immer viele Freunde. Einige davon waren die klassischen Schl\u00e4ger, die Stra\u00dfenk\u00e4mpfertypen kann man fast sagen. Und der Vorteil war, ich kannte diese Leute sehr gut, weil wir zusammen in eine Schule gegangen sind, wir sind nur unterschiedliche Wege gegangen.Ich bin links abgebogen und sie sind rechts abgebogen (nicht politisch gemeint). Das hei\u00dft, sie haben sich oft betrunken und gepru\u0308gelt, und ich zog mich da v\u00f6llig zuru\u0308ck, denn das war nicht meine Welt. Wir haben uns aber trotzdem immer wieder mal getroffen, weil ich fand, dass diese Leute eigentlich ganz nette Kerle waren. Das Problem war nur, wenn Alkohol ins Spiel kam, waren sie einfach nicht mehrberechenbar. Ich hatte sie auf eine gewisse Art immer bewundert ob ihrer Kaltschn\u00e4uzigkeit. Die hatten vor nichts Angst. Das war natu\u0308rlich u\u0308berhaupt nicht meine Welt, ich war eigentlich sehr verunsichert und es brauchte\u00a0mich\u00a0nur jemand auf der Stra\u00dfe schief anzusehen, da wurde ich schon gleich \u00e4ngstlich und bin \u2013 zumindest in Gedanken \u2013 schon mal weggelaufen. Ich hatte u\u0308berhaupt ein sehr, sehr schwaches Selbstbewusstsein und Selbstbehauptungsgefu\u0308hl. Ein damaliger Freund von mir, er hie\u00df auch Wolfgang, der hatte zu der Zeit, ungef\u00e4hr 1972), angefangen, in der \u201eSportschule Samurai\u201c in Hannover <em>Taekwondo<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em>zu trainieren. Dort gab es damals einen Lee Bum I, das war ein Gro\u00dfmeister des <em>Taekwondo<\/em>.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 Der gab<\/span>\u00a0damals, als ich noch zur Volksschule ging, einen Kurs in unserer Schule und nannte den Selbstbehauptung oder Selbstverteidigung. Das war ja damals ein Konzept, das es so noch gar nich in der Deutlichkeit gab. Selbstverteidigungskurse kannte keiner. Es gab zwar schon Judo und Karate, aber keiner hatte irgend etwas von Selbstverteidigungkursen oder Selbsbehauptungskursen geh\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"p1\">Dann hatte dieser Lee Bum I bei uns in der Schule das <em>Taekwondo<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>vorgefu\u0308hrt und hatte da seine Kunststu\u0308cke gezeigt. Wie er u\u0308ber mehrere Leute hinweg sprang und ein Brett in der Luft zertrat, das war natu\u0308rlich spektakul\u00e4r. Und der besagte Wolfgang, der bei dieser \u201eSportschule Samurai\u201c angefangen hatte, Taekwondo<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>zu trainieren, imponierte mir auch sehr. Das wollte ich dann auch gerne machen, weil ich gemerkt hatte, das w\u00e4re was, woraus ich ein bisschen Kraft h\u00e4tte ziehen k\u00f6nnen. Nicht um mich auf der Stra\u00dfe zu pru\u0308geln, sondern um mehr Sicherheit fu\u0308r mich zu bekommen. Einfach Schutz, dass ich wei\u00df, wenn es mal brenzlig werden wu\u0308rde, k\u00f6nnte ich eventuell was machen. Aber das Problem war damals, dass das kein Sportverein war, sondern eine Sportschule. Da waren natu\u0308rlich auch die Preise dementsprechend gepfeffert und die monatlichen Beitr\u00e4ge, die h\u00e4tte ich nicht aufbringen k\u00f6nnen und meine Eltern auch nicht. Dann hatte dieser Wolfgang angeboten, mir privat ein bisschen was zu zeigen, beizubringen, so ganz unspektakul\u00e4r.<\/p>\n<p class=\"p1\">Ich kann mich jetzt nicht hinstellen und sagen, ich h\u00e4tte nun <em>Taekwondo<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>gelernt, aber er hatte mir ein paar einfache Sachen gezeigt. Das fand ich sehr beeindruckend und dazu muss ich sagen, er war auch ein sehr begnadeter Typ. Er war unheimlich gelenkig, sehr beweglich, zu ihm passte dieses <em>Taekwondo<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>sehr gut. Das muss auch so 1972 gewesen sein, lange bevor ich meine Lehre anfing.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Wie alt warst du zu der Zeit?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p2\">Da war ich 15 oder 16. Und der Weg ging dann ja weiter. Ich kam am 15. M\u00e4rz 1973 aus der Schule und hatte dann die Lehre, so hie\u00df es damals noch, begonnen.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Was hast Du fu\u0308r eine Ausbildung gemacht?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Ich begann am 1. April 1973 mit der Lehre zum Schriftsetzer. Aber noch in dem Sinne des alten Handwerks, dem Bleisatz. Also nicht das, was man heute macht, man setzte sich nicht an den PC, schaltet den an und dann f\u00e4hrt alles hoch und ich mache den Umbruch am PC, sondern ich hatte das alles noch mit Bleibuchstaben gelernt, also der klassische Winkelhaken in der linken Hand, hatte einen Setzkasten vor mir, mit den rechten Fingern holte ich die Buchstaben aus besagtem Setzkasten und setzte die Brotschriften. Brotschriften nannte sich das damals deswegen, weil die Schriftsetzer sich damit ihr Geld f\u00fcr das t\u00e4gliche Brot zum Leben verdienten. Je mehr Zeilen sie in einer Stunde setzen konnten, umso mehr Geld hatten sie verdient. Und diesen Beruf hatte ich gelernt, dieses klassische Handwerk des Schriftsetzers.<\/p>\n<p class=\"p1\">Im M\u00e4rz 1976 hatte ich dann meine Abschlusspru\u0308fung und anschlie\u00dfend den Gesellenbrief in der Hand, da war ich dann Schriftsetzer. Aber in dem Moment, als ich diesen Brief in der Hand hatte, konnte ich eigentlich auch schon davon ausgehen, dass dieser Beruf in absehbarer Zeit tot sein wu\u0308rde. Das war zwar 1976, da gab es noch viele Schriftsetzer, aber wir hatten schon w\u00e4hrend der Ausbildung u\u0308bergeordnete Ausbildungslehrg\u00e4nge gehabt, da es damals losging mit dem sogenannten Lichtsatz. Das waren schon die ersten Vorstufen zur heutigen Computertechnik.<\/p>\n<p class=\"p1\">Beim Lichtsatz, brachte man praktisch per Licht Buchstaben auf Papier und nicht mehr u\u0308ber die Bleibuchstaben. Das hei\u00dft, da waren schon die Wege vormarkiert, dass es irgendwann mit dem Beruf des Schriftsetzers zu Ende sein wu\u0308rde. Also das ist sicherlich ein sch\u00f6ner Beruf gewesen, aber den Beruf als solches, in der Form, den gibt es heute gar nicht mehr, denn zu meiner Zeit gab es schon w\u00e4hrend meiner Ausbildung auch die sogenannten Maschinensetzer. Das waren zwar auch noch an Maschinen \u2013 nicht Computer \u2013\u00a0 wie eine Schreibmaschine mit Tastatur. Da sind dann die ganzen Buchstaben in fertig gegossenen Bleisatz-Zeilen seitlich herausgekommen, das hei\u00dft, der Bleisatz war schon komplett fertig. Der n\u00e4chste Schritt war dann schon die sogenannte TTS, Teletype-Setter, an die man dann per Lochband Texte eingegeben hatte und die Maschine setzte schon alles automatisch. Also das waren zu der Zeit die Riesenfortschritte. Der Maschinensetzer hatte nur noch eine Kontrollfunktion. Heute gibt es eben keinen Maschinensetzer und keinen klassischen Handsatz mehr; h\u00f6chstens, im Sinne der von Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, erfundenen \u201eSchwarzen Kunst\u201c, in einer nostalgischen Setzerei.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Und was hast du dann gemacht, danach?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Danach hatte ich mich da ich ja \u201enur\u201c den Hauptschulabschluss hatte und die Berufsausbildung zum Schriftsetzer, noch mal dazu entschlossen, u\u0308ber den sogenannten zweiten Bildungsweg Abschlu\u0308sse nachzuholen. Also hatte ich u\u0308ber die Berufsaufbauschule (BAS), Fachrichtung Technik, meine Mittlere Reife nachgeholt. Das war nicht die klassische Mittelschule, sondern das war fu\u0308r Leute, die schon eine Ausbildung hatten und die weiterfu\u0308hrende Schulabschlu\u0308sse nachholen wollten. Ich hatte dann eigentlich auch zum Ziel gehabt, noch das Abitur zu machen und bin danach, das war so 1978, hier in Hannover auf die IGS-Roderbruch gegangen. Im Kollegstatus, also als Wiedereinsteiger nach einer Berufsausbildung. Das war mit die erste gro\u00dfe integrierte Gesamtschule, die es zu der Zeit gab, Gru\u0308ndungsjahr 1974. Ich wollte sp\u00e4ter auch mal ein Studium beginnen; wenn ich das jetzt so sage, dann glaubt mir das bestimmt kein Mensch, aber ich wollte wirklich damals Theologie, evangelische Theologie, studieren. Aber nicht im Sinne eines klassischen Pfarrers, der von der Kanzel was predigt, sondern mich hatte der Hintergrund interessiert. Die Geschichte und vor allen Dingen dieser Grenzbereich zwischen Religion und unserem irdischen Dasein, weil ich einfach glaube, dass es zwischen Himmel und Erde noch viele Sachen gibt, die wir uns nicht vorstellen k\u00f6nnen. Ob das nun das Christentum ist oder der Buddhismus, das ist letztendlich v\u00f6llig egal. Wie man so sch\u00f6n sagt, viele Wege fu\u0308hren nach Rom.<\/p>\n<p class=\"p1\">Nach dem bestandenen erweiterten Sek I-Abschluss an der BAS bewarb ich mich, zur Erlangung der Hochschulreife, an der IGS Roderbruch in Hannover. Ich hatte dann aber, w\u00e4hrend der Zeit an der IGS-Roderbruch, gemerkt, dass mein Weg irgendwie ein anderer werden wird. Also nicht das Abitur zu machen, dann noch ein Theologie-Studium zu beginnen, der Weg hatte sich anders abgezeichnet. Ich merkte, dass sich in der IGS meine Interessenlage verschoben hatte. Als ich in der IGS-Roderbruch anfing, quasi der Tag der \u201eEinschulung ohne Zuckertu\u0308te\u201c, da trafen wir uns dann damals in der gro\u00dfen Aula. Das waren nur Leute, die, wie ich, u\u0308ber den Zweiten Bildungsweg zur IGS Roderbruch kamen, die Wiederstarter sozusagen. Und wer sa\u00df in diesem gro\u00dfen Aula-Kolloquium? Ein gewisser Detlef Zimmermann! Deswegen die Betonung des wir! (lacht) Da hatte ich also dann Detlef kennengelernt, 1978 war das. Er hatte sich damals auch an der IGS angemeldet, weil auch er sein Abitur noch nachmachen wollte, so wie ich. Und so hatte ich den Kontakt zu Detlef bekommen, w\u00e4hrend dieser Zeit hatten wir auch einige Unterrichtskurse zusammen besucht, unter anderem hatten wir zusammen Latein. Da hatten wir viel Spa\u00df, mehr gelacht als gelernt, aber das ist eine andere Geschichte! (lacht).<\/p>\n<p class=\"p1\">Und dann hatte ich Detlef, weil er mir sehr sympathisch war (und heute noch ist!) und wir uns sehr gut kennenlernten, dann auch von meiner Geschichte mit dem <em>Taekwondo<\/em> erz\u00e4hlt. Da sagte Detlef, er wu\u0308rde <em>Ju-Jutsu<\/em> machen, bei der \u201eSportschule Ullmann\u201c, bei einem gewissen Martin H\u00f6ft. Wenn ich Lust h\u00e4tte, dann k\u00f6nnte ich gern mal mitkommen zum Training. Und so hatte mich Detlef, damals im M\u00e4rz 1979, in seinem alten VW-K\u00e4fer mit zum Training zur \u201eSportstudio Ullmann\u201c genommen. Da war aber schon klar, dass Martin H\u00f6ft nicht mehr in dieser Schule weiter unterrichten wu\u0308rde, weil die Schule geschlossen wurde, da es in der Schule katastrophale bauliche Zust\u00e4nde gab. Im April 1979 wechselte Martin dann zum Gro\u00dfen Kolonnenweg in Hannover, zu einem gewissen Manfred Steiner, der damals dort die frisch gegru\u0308ndete Kampfsportschule, unter dem damaligen Namen \u201eEinzelk\u00e4mpferschule\u201c leitete. Im April 1979 hatte ich dort dann mit dem <em>Ju-Jutsu<\/em> angefangen und den Vertrag unterschrieben. Die Beitr\u00e4ge, die man da zahlen musste, waren fu\u0308r mich auch finanzierbar. Nach der ersten Trainingseinheit konnte ich mich tagelang vor Muskelkater kaum richtig bewegen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Detlef hatte da schon seinen Orange-Gurt, ich hatte als kleiner Wei\u00df-Gurt angefangen und ich wei\u00df noch, wie ich dieses Erlebnis mit einem gewissen Herrn Steiner hatte, so quadratisch-praktisch-gut, so stand er vor mir (lacht), hatte Oberarme wie ich Oberschenkel und fragte mich, wie es mir so gef\u00e4llt in der Schule. \u201eMhm, ah ja!\u201c hat er immer nur gesagt. \u201eUnd du willst jetzt hier Ju-Jutsu machen? Ja gut, o.k.!\u201c Alles mit leicht angehauchtem Berliner Dialekt (lacht). Wir hatten damals das <em>Ju-Jutsu<\/em>-Training unter Martin H\u00f6ft immer nach Manfreds Unterricht. Damals hatte Manfred noch das <em>Kyokushinkai-Karate<\/em> gemacht und er hatte so eine Mischform zwischen seinem<em> Kyokushin-Kai<\/em>-Training und seinem Survival-Training aus Zeiten seiner T\u00e4tigkeit als Einzelk\u00e4mpfer-Ausbilder bei der Bundeswehr trainiert. Er hatte vieles vermengt. Auffallend war zumindest erst einmal, dass man in der Schule nicht gesehen werden konnte, weil alles in Tarnfarben gestrichen war. Die Decken, alles war Camouflage, man hatte sich kaum wiedergefunden. Ich dachte, ich stehe hier im Wald, ich bin hier nicht in einer Kampfsportschule (lacht).<\/p>\n<p class=\"p1\">Es war jedenfalls alles in Tarnfarben gestrichen, u\u0308berall waren Photos von Manfred, wie er sich als Einzelk\u00e4mpfer mit Messer im Mund an einen Soldaten von hinten anschlich und diesen (gestellt!) au\u00dfer Gefecht setzte. Da hatte er so eine Photoserie an der Wand, das werde ich nie vergessen (lacht). Und dann hing da so eine Tafel an der Wand, da stand drauf: \u201eMacht keine Gefangenen!\u201c \u00c4hmm ja, das war schon sehr beeindruckend (lacht). Und es roch immer sehr streng nach Knoblauch in der Schule, weil Manfred auch immer Knoblauch a\u00df. Aber das hatte mich nun u\u0308berhaupt nicht gest\u00f6rt, ganz im Gegenteil. Ich fand jedenfalls diesen Herrn Steiner sehr beeindruckend und hatte dann mal bei seinem Training zugeguckt und sah, wie die Leute v\u00f6llig fertig aus dem Raum wankten und kotzend auf dem WC verschwanden. Sie konnten nicht mehr, weil er sie so geschliffen hatte, dass sie fast auf allen Vieren aus dem Raum gekrochen kamen (lacht). Und Manfred stand in der Mitte wie ein Fels in der Brandung und hatte die Leute da gescheucht und gequ\u00e4lt, aber wie gesagt, obwohl die Leute teilweise kotzend rausgegangen sind, war da trotzdem eine herzliche Atmosph\u00e4re. Wie man so sch\u00f6n sagt, rau aber herzlich!<\/p>\n<p class=\"p1\">Es war ein harter Umgangston, aber Manfred war auf der anderen Seite auch wieder authentisch. Das war nicht so ein aufgesetztes Bild von irgend jemandem, sondern das war eben Manfred Steiner und das war seine Schule! Und nach diesem Unterricht von Manfred begann dann das Training mit Martin H\u00f6ft. Martin hatte damals schon den 2. Dan im <em>Ju-Jutsu<\/em> als ich bei ihm anfing, da war mir schon aufgefallen, dass er ein unheimlich gro\u00dfes Talent hatte. Er war auch nicht der klassische \u201e<em>Ju-Jutsu<\/em>-Kerl\u201c, so grob und einfach nur seinen Stiefel durchziehend, sondern er war sehr filigran, sehr wendig, sehr geschmeidig. Er hat auch u\u0308ber seinen Tellerrand hinaus geguckt, hatte also auch noch, separat zum <em>Ju-Jutsu<\/em>, <em>Aikido<\/em> und auch <em>Karate\u00a0<\/em>trainiert. Als Einzelgraduierung hatte er den Braun-Gurt im <em>Aikido<\/em> und Karate gehabt. Von ihm habe ich sehr viel gelernt und mein Bewegungsverst\u00e4ndnis, das ich beim Einstieg in das Chinese Boxing mitbrachte, das hatte und habe ich ma\u00dfgeblich Martin zu verdanken.<\/p>\n<p class=\"p1\">Anfangs, muss ich sagen, war ich ein ziemlicher Grobmotoriker, aber irgendwann hatte ich dann die Kurve gekriegt, hatte selbst den \u201eSchalter umgelegt\u201c. Ich habe zu Hause einfach fu\u0308r mich viel weitergeu\u0308bt, ich wohnte ja noch bei meinen Eltern zu dieser Zeit und hatte in meinem kleinen Zimmer abends irgendwelche Karate-Abwehrblocks geu\u0308bt. Das hatte ich dann so verinnerlicht, dass ich dadurch so einen richtigen\u201eKick\u201c bekam, so einen Schuss nach vorn. Durch das Training als solches, aber auch durch dieses mentale Verarbeiten dessen, was wir beim Training gemacht hatten, indem ich einfach abends mich noch mal hinstellte und so einen Karate-Unterarmblock nach oben oder nach unten gemacht hatte oder mental alles nochmals durchging. Da \u00fcberlegte ich mir, wie wir das trainiert hatten usw. Ich machte es fu\u0308r mich und wollte damit nicht auf die Stra\u00dfe gehen und mich behaupten, sondern das nur fu\u0308r mich ganz allein machen. Und das Interessante war, dass ich zu der Zeit ja immer noch Kontakt auch zu meinen Kumpels hatte, den Stra\u00dfenk\u00e4mpfern. Die brauchten kein <em>Ju-Jutsu<\/em>, auch kein <em>Karate<\/em>, die konnten sich auch so ohne all das behaupten (lacht).<\/p>\n<p class=\"p1\">Aber sie hatten dann mitgekriegt, dass auch Wolfgang, die kleine graue Maus, der weder mit ihnen rumgesoffen oder sich gepru\u0308gelt hatte, dass der irgendwas mit Kampfsport machte, und das hatte mir bei ihnen irgendwie wohl Respekt verschafft. Sie wussten zwar nicht, was ich mache, aber sie wussten, der Wolfgang macht da \u201eirgendwas\u201c. Ich hatte meinen damaligen Freunden nie irgendwas gezeigt, ich hatte mich auch an keinen Schl\u00e4gereien deswegen mit beteiligt. So war mein Einstieg bekommen bei Martin mit \u201enicht klassischem <em>Ju-Jutsu<\/em>\u201c. \u201eNicht klassisch\u201c deswegen, weil Martin eines Tages das sogenannte <em>Non-Telegraph<\/em> mit uns u\u0308bte. Ich wu\u00dfte u\u0308berhaupt nicht, was das war, <em>Non-Telegraph<\/em>. Da hatte er gezeigt, dass man sich m\u00f6glichst v\u00f6llig entspannt hinstellt und schl\u00e4gt, und der Partner, der uns gegenu\u0308ber mit hochgehaltener offener Hand stand, sollte versuchen, seine Hand beim Erkennen meines Schlagansatzes rechtzeitig wegzuziehen. Das kannte ich zu der Zeit noch gar nicht und es war auch derzeit nicht Bestandteil des \u201eklassischen Ju-Jutsu\u201c. Da stellte sich dann heraus, dass dieses<em>Non-Telegraph<\/em> und diese Ver\u00e4nderungen, die Martin im <em>Ju-Jutsu<\/em> eingefu\u0308gt hatte, er war viele Jahre Lehrbeauftragter und Landestrainer Niedersachsen fu\u0308r Ju-Jutsu, kamendaher , dass er parallel noch mit einem anderen Kampfku\u0308nstler trainiert hatte. Martin hatte damals in Hannover in der Marienstrasse einen Laden, das war der erste fu\u0308r Kampfsportartikel oder Accessoires, wo man Bu\u0308cher und Fachliteratur kaufen konnte, Trainingsklamotten und solche Sachen, was man heute ja alles u\u0308bers Internet kriegt, und in diesen Laden kam damals ein gewisser Christopher G. Casey, er interessierte sich fu\u0308r diesen Laden. Casey war ein US-Amerikaner, ich glaube aus New York kommend, zumindest war er beruflich bedingt hier in Deutschland, weil er bei einer gro\u00dfen Ru\u0308ckversicherung gearbeitet hat, und er war in seiner Freizeit durch Hannover gezogen und hatte den Laden \u201edurch Zufall\u201c betreten. Detlef arbeitete zu der Zeit auch aushilfsweise in Martins Laden und lernte so auch Casey kennen. Casey hatte dann mit Martin Kontakt aufgenommen und Martin, das wei\u00df ich noch genau, fand Casey anfangs ein bisschen merkwu\u0308rdig, wie er sagte, weil er auch eine merkwu\u0308rdige Erscheinung gewesen sein muss. Zumindest hatte Casey dann mitbekommen, dass Martin auch Kampfsport machte und Martin, der ja zu der Zeit auch bei Manfred schon in der Schule war, arrangierte ein Treffen zwischen Manfred, Casey und sich.<\/p>\n<p class=\"p1\">Das war dann die \u201eStunde Null\u201c oder der Beginn des Einzugs des <em>Chinese Boxing<\/em> in Deutschland. Diese Trainingseindru\u0308cke, die Martin da mit Casey gewann, das besagte <em>Non-Telegraph<\/em> zum Beispiel, das hat das <em>Ju-Jutsu<\/em>, in Hannover zumindest, sehr stark revolutioniert. Martin war und ist ein hochbegnadeter<em> Ju-Jutsu<\/em>-Trainer. Ich fuhr mit Martin damals zu vielen Landeslehrg\u00e4ngen und er hatte das <em>Ju-Jutsu<\/em> dadurch revolutioniert, dass er diese mit Casey trainierten Techniken und Prinzipien mit einflie\u00dfen lie\u00df, also wie man sich geschmeidiger bewegt, nicht mehr diese klassischen harten <em>Karate<\/em>prinzipien, sondern weicher und mit\u00a0 entsprechendem Ausweichen. Das Prinzip von Yin und Yang, das Aufnehmen und Abgeben, also <em>Yield and Counter<\/em> im Sinne als eines der von Casey formulierten 10 Prinzipien, das hatte er damals im <em>Ju-Jutsu\u00a0<\/em>eingefu\u0308hrt. Das war ein riesiger Umbruch in Zeiten des \u201e<em>Block-Schock-Ju-Jutsu<\/em>\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\">Ich wohnte damals, Ende der 70er\/Anfang der 80er Jahre, mit Detlef und einer Mitbewohnerin im Rahmen einer Wohngemeinschaft in der Kniestra\u00dfe, Hannover-Nordstadt, N\u00e4he des Sprengelgel\u00e4ndes. Wir haben natu\u0308rlich keine Molotowcocktails geschmissen, aber wir wohnten auf einem hei\u00dfen Pflaster damals (lacht). 1982 hatte sich diese Wohngemeinschaft dann aufgel\u00f6st, und ich bin dann bei Martin H\u00f6ft eingezogen. Der wohnte damals auch alleine in der Kestnerstrasse, Hannover-Su\u0308dstadt, hatte eine Dreizimmerwohnung und sagte: &#8222;Mensch, du kannst bei mir mit wohnen\u201c. Dadurch hatte ich sehr viel Kontakt mit Martin, eben weil wir nun zusammen wohnten und auch zusammen Ju-Jutsu trainiert hatten. Ich hatte viele Jahre weiter <em>Ju-Jutsu<\/em> gemacht und bin so dann auch zu den von Martin gegebenen Landeslehrg\u00e4ngen mitgefahren.Dadurch habe ich eben ein gro\u00dfes Repertoire an K\u00f6nnen und Fertigkeiten vermittelt bekommen, welches ich alles Martin zu verdanken habe, ganz klar. Das war so der gro\u00dfe, gro\u00dfe Einstieg in die Welt des Kampfsports.<\/p>\n<p class=\"p1\">So ab 1980\/81 kam dann diese Verknu\u0308pfung <em>Ju-Jutsu<\/em>, Gro\u00dfer Kolonnenweg, Manfred Steiner. Der hatte ja zu der Zeit noch sein klassisches <em>Karate<\/em> gemacht, aber irgendwann legte er diese ganzen Sachen immer mehr ab und hatte sich nach und nach ins <em>Chinese Boxing<\/em> vertieft. Martin hatte sich dann damals irgendwie abgespalten. Martin sagte mal, dass Casey auch kein einfacher Charakter war. Der soll wohl ein ziemlich schwieriger und brutaler Typ im Training gewesen sein. Wenn du die Lu\u0308cke nicht gedeckt hattest, dann ist der durchgegangen und du hattest Pech gehabt (lacht). Aber nur so lerntest du die alles entscheidenden 10 Prinzipien.Und Martin sagte mal, dass er mit Caseys Art im Allgemeinen auch nicht so richtig klar kam.<\/p>\n<p class=\"p1\">Martin hatte sich dann abgespalten, w\u00e4hrend Manfred aber dran geblieben ist. Da hatte sich wohl die Chemie Steiner\/Casey gefunden. Bei Martin und Casey wohl nicht so sehr, weil Martin eben ein anderer Typ war, ein anderes Naturell hatte. Aber Manfred und Casey, die beiden, die hatten sich wohl irgendwie gesucht und gefunden. Manfred war der gro\u00dfe Athlet und Casey war eigentlich genau das Gegenteil, der sah nicht so aus wie Steiner, so quadratisch gut, aber Manfred sagte immer, er konnte es gar nicht fassen, wie Casey ihm die Sachen um die Ohren gehauen hatte. Der verstand das anfangs immer nicht, dass da so ein kleiner Kerl ankommt und ihm da die Dinger um die Ohren haute! Und das hatte Manfred wohl so fasziniert, dass er es absolut wissen wollte, im wahrsten Sinne des Wortes. Was steckte dahinter? So kam es durch diese Wegbereitung, die Martin uns gemacht hatte \u2013 er hatte uns ja praktisch durch das <em>Ju-Jutsu<\/em> den Einstig geebnet, Detlef und mir \u2013, dass wir auch mit dem <em>Chinese Boxing<\/em> anfingen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Wir kriegten ja mit, dass Martin \u00f6fter auch mal auf <em>Ju-Jutsu<\/em>-Ebene Lehrg\u00e4nge organisiert hatte, wo auch Manfred dabei war. Wo Martin den ganz normalen <em>Ju-Jutsu<\/em>-Leuten mal mittels Manfred zeigen wollte, was <em>Chinese Boxing<\/em> oder <em>Jeet Kune Do<\/em> und diese ganzen Geschichten bedeuteten. Das kannte ja zu der Zeit auch keiner. Und dasdemonstrierte Manfred denen dann, das werde ich auch nie vergessen. Diese ganzen <em>Ju-Jutsu<\/em>-Kerle, diese gestandenen Typen mit ihren Schwarzgurten, wie Manfred denen dann immer die Ohren hei\u00df gehauen hatte, das werde ich auch nie vergessen! (lacht)<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-15494\" src=\"http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE1-1024x760.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"760\" \/><\/p>\n<p class=\"p1\">Da hatte Manfred bei Lehrg\u00e4ngen auch mal gesagt: \u201eIch zeig euch mal NonTelegraph! Du, stell dich mal hier hin! So! Hau mal dagegen!\u201c Und der andere konnte verzweifelt hauen wie er wollte, der traf nicht Manfreds hochgehaltene Hand. Dann hatte Manfred das bei ihm mal gemacht. Da bekam der Betreffende immer \u201ehei\u00dfe Ohren\/H\u00e4nde\u201c (lacht). Das war schon sehr beeindruckend! (lacht) Naja, und das hatte mich natu\u0308rlich auch sehr beeindruckt. Das Beeindruckende bei Manfred war, dass dieser gro\u00dfe Kerl, wie gesagt quadratisch-praktisch-gut, der aussah wie gest\u00e4hlt, der Muskeln an seinen Oberarmen hatte wie ich am Oberschenkel, dass der trotzdem ganz weich war dabei. Detlef und ich hatten damals, das werde ich nie vergessen, bei einem <em>Ju-Jutsu<\/em>-Lehrgang mitgemacht, bei dem Manfred auch Unterrichtender war. Da sagte Manfred, etwas abseits vom Geschehen, zu Detlef und mir: \u201eHier kommt mal her, ich zeig euch mal was!\u201c Dann sollten wir Manfred wegdru\u0308cken, wegschieben. Da dachte ich: \u201eDas gibt es doch gar nicht, der steht ja da wie so eine Eins.\u201c Ich konnte ihn nicht umdru\u0308cken, ich hatte das Gefu\u0308hl, ich dru\u0308cke in so eine weiche Masse rein. Nichts St\u00e4hlernes, nichts Hartes, sondern so ganz weich. Der stand da einfach! Das konnte ich nicht verstehen. Das hat mich m\u00e4chtig fasziniert und Detlef genauso. Als Manfred das bei uns machte: Klar, wir sind umgefallen wie die Bretter, aber Manfred stand da, ohne dass man das Gefu\u0308hl gehabt h\u00e4tte, man renne gegen eine Betonwand. Er war weich und gleichzeitig unheimlich energievoll. Das war faszinierend, das hatte ich so zuvor nie gesehen, bei keinem.<\/p>\n<p class=\"p1\">1982 hatte ich dann meine Pru\u0308fung zum Schwarzgurt gemacht, also den 1. Dan im<em> Ju-Jutsu<\/em>. Kurz danach hatte ich aber mit dem <em>Ju-Jutsu<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>immer mehr aufgeh\u00f6rt und bin ganz zu Manfred zum <em>Chinese Boxing\u00a0<\/em>gegangen. Aber ohne die Wurzeln zu vergessen! Ich habe nie gesagt, das, was ich im <em>Ju-Jutsu<\/em> gelernt hatte war alles Schei\u00dfe: \u201eDas tue ich jetzt mal weg.&#8220; Ganz im Gegenteil, das war das ideale Startbrett, um anknu\u0308pfen zu k\u00f6nnen. Deswegen kann ich nicht sagen, Manfred ist die Stunde Null, da habe ich angefangen, sondern da war noch ein riesiger Schritt davor und der hie\u00df: Martin H\u00f6ft! Er hat sehr viel dazu beigetragen.a Das, was ich zu dem Zeitpunkt konnte, war sein Verdienst war. Mit Sicherheit! Martin und Manfred, die beiden geh\u00f6ren bis heute fu\u0308r mich eng zusammen.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-15497\" src=\"http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE-2-1024x837.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"837\" srcset=\"http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE-2-1024x837.jpg 1024w, http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE-2-300x245.jpg 300w, http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE-2-768x628.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Wann hast Du angefangen selbst zu unterrichten?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Ich stieg, wie gesagt, ca. 1982 bei Manfred ein. W\u00e4hrend dieser Zeit, also von 1982 bis 1985, da begann das schon, dass ich auch \u00f6fter mal Unterricht bei Manfred gab, wenn er nicht unterrichten konnte oder es manchmal Tage gab, da Manfred einfach keine Lust gehabt hat zu unterrichten. Dann hatten Jose, das war auch einer von seinen langj\u00e4hrigen Schu\u0308lern damals, oder manchmal auch ich, unterrichtet. Manfred sagte dann: \u201eHeute gibst du mal das Training!\u201c Und so hatten wir dann, auch unfreiwillig, schon die ersten Trainingserfahrungen als Unterrichtende gemacht. Das war so Mitte der 80er. Nach zwei bis drei Jahren ging das los, dass Manfred uns \u00f6fter mal beauftragte, dass wir das Training geben sollten, zumindest die Anf\u00e4ngerstufen, die er damals hatte. Ich habe vorher, September 1980 bis Dezember 198, Zivildienst im Annastift in Hannover gemacht, im Bereich der damals sogenannten Werner-Dicke-Schule , einer Sonderschule fu\u0308r K\u00f6rperbehinderte. Das war damals fu\u0308r mich ein Startbrett, sodass ich mir gesagt habe, ich ziehe zu Hause aus, weil es im Annastift M\u00f6glichkeiten fu\u0308r Zivildienstleistende oder fu\u0308r Pfleger gab, dort zu wohnen. Ich mietete mir ein Zimmer w\u00e4hrend meiner Zivildienstzeit. Als dieser beendet war, musste ich wieder dort ausziehen, und in der Zwischenzeit hatte ich ja Detlef kennengelernt. Ich zog, wie schon erw\u00e4hnt, anschlie\u00dfend zu Detlef in die Wohngemeinschaft in der Kniestra\u00dfe.<\/p>\n<p class=\"p1\">In der Zeit hatte ich dann auch schon angefangen, Kurse zu geben. Und zwar nicht nur die Vertretung fu\u0308r Manfred, sondern damals im Freizeitheim Lister Turm, bei den sogenannten Falken, da wurde jemand gesucht, der Selbstverteidigungskurse fu\u0308r Frauen gibt. Also wirklich nur fu\u0308r Frauen speziell, Frauen-Selbstverteidigung. Detlef wurde angesprochen, konnte den Kurs aber aus zeitlichen Gru\u0308nden nicht geben, und da fragte er mich, ob ich das nicht u\u0308bernehmen wolle. So begann ich mit meinem ersten eigenen Kurs fu\u0308r Frauen-Selbstverteidigung, 1983\/84 muss das gewesen sein. Da machte ich immer 1,5 Stunden, einmal pro Woche.Als Manfred dann seine Schule 1990 an Detlef abgab , habe ich bei Detlef manchmal auch die Kurse gegeben; freitags gab ich lange Zeit einen eigenen Kurs bei ihm; eine Kombination aus Kampfkunst (Hsing-I Chuan ) und Pratzentraining mit Konditionstraining; die Treppe rauf und runter rennen bis man fast kotzte. Auch ich qu\u00e4lte mich dort gemeinsam mit den anderen Teilnehmern, im angenehmen Sinne aber.<\/p>\n<p class=\"p1\">Alte\u201eSteinersche Schule\u201c (lacht). Dann nahm ein Verein Kontakt zu Detlef auf mit dem Angebot, dort einen <em>Tai-Chi<\/em>-Kurs geben zu k\u00f6nnen. Das war beim VfL Grasdorf in Laatzen bei Hannover, den Detlef damals aber nicht geben konnte. Da fragte er mich, ob ich nicht Lust h\u00e4tte, das zu u\u0308bernehmen. Das ist eine regelm\u00e4\u00dfige Institution geworden. Der Spartenleiter beim VfL Grasdorf, Gu\u0308nther Meyer, trennte sich vom VfL und gru\u0308ndete seinen eigenen Verein, \u201eGiG\u201c; er bietet dort reinen Gesundheitssport und andere Veranstaltungen zum Thema Gesundheit an. Ich \u201ewanderte\u201c dann sp\u00e4ter mit zum \u201eGiG\u201c, das steht fu\u0308r \u201eGewinnen in Gesundheit\u201c.\u00a0 Seit etwa 14 Jahren mache ich das, jetzt freitags, damals noch mittwochs.Das ist mittlerweile ein Kurs mit einer festen Gruppe von 10 Leuten, wobei natu\u0308rlich nicht alle regelm\u00e4\u00dfig immer erscheinen. Diese feste Gruppe zu unterrichten, das macht mir sehr viel Spa\u00df. Es ist aber auch schon manchmal sehr anstrengend nach der Arbeit, denn ich arbeite seit 2002 im orthop\u00e4dischen Fachkrankenhaus Annastift als Krankengymnast\/Physiotherapeut. Wenn ich dann morgens um kurz nach sechs Uhr aufgestanden bin, kurz danach zur Arbeit mit dem Rad fuhr, viele Patienten behandelt und natu\u0308rlich auch viel mit den Patienten gesprochen hatte, dann bin ich oft schon sehr kaputt und mu\u0308de. Im Tai Chi -Kurs dann erneut brabbeln, vormachen und den Motivationskasper spielen (lacht), das f\u00e4llt mir dann manchmal ganz sch\u00f6n schwer.<\/p>\n<p class=\"p1\">Aber wenn ich dann dabei bin, merke ich, dass ich das nicht nur abspule und einfach mache, sondern ich mache ja selbst auch bei vielen Sachen mit, und dann macht es auch richtig Spa\u00df. Ich merke oft, dass ich in jeder Sekunde, die ich unterrichte, auch selber viel lerne. Ich lerne durch mich selbst und ich lerne durch die Teilnehmer, denn wenn sie bei mir was machen und ich merke, irgendwas funktioniert nicht, dann muss ich mir ja auch Gedanken machen, warum funktioniert das denn jetzt nicht. Es ist ja nicht grunds\u00e4tzlich immer das Unverm\u00f6gen der Teilnehmer. Also bereichern wir uns gegenseitig. Ich lerne von den Leuten und sie lernen von mir, gemeinsam schreiten wir den Weg voran. Wobei ich immer der Meinung bin, dass es auch nicht wichtig ist, dass ich noch mehr mache und da noch einen Kurs gebe und da noch einen Kurs, denn \u201eweniger ist mehr\u201c. Ich finde, das <em>Chinese Boxing<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>hat ein riesiges Spektrum, wobei man sicher nicht ALLES gleicherma\u00dfen beherrschen kann in puncto Stile. Was Casey uns aber mit seinen 10 Prinzipien vermacht oder vererbt hatte, das ist fu\u0308r mich eigentlich das Genialste, was es gibt. Weil die Prinzipien viele Sachen miteinander verbinden und wie Manfred Steiner sagte: \u201eMan kann in die Richtung gehen oder man kann in die Richtung gehen, aber man ist ein Mensch, man ist physisch, man steht mit beiden Beinen auf dem Boden und es gibt physikalische Gesetze, die gelten bei jedem. Und nur vom \u201eIn-die-Kerze gucken\u201c passiert nichts\u201c, so sein provokanter und wahrer Spruch. Und das verk\u00f6rpern meiner Meinung nach diese Prinzipien. Sie sind UNIVERSELL gu\u0308ltig, funktionieren bei allen Stilen, egal ob beim Westlichen Boxen, Karate, Judo &#8230;.nicht WAS ich mache, sondern WIE ich es mache! Die Physik und wie sie auf uns einwirkt, also mit anderen Worten, wie kann ich loslassen, wie kann ich stehen bleiben, wie kann ich meine Mechanik so organisieren oder ausrichten, dass ich eine gute Position und einen guten Stand habe. Und das ist eigentlich das Geniale, daran kann man sein Leben lang feilen, das h\u00f6rt NIE auf. Du kannst jedes Prinzip fu\u0308r sich nehmen und sagen, heute u\u0308be ich mal das Prinzip Wandlungsf\u00e4higkeit, also den 6\/9 Change.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Da steckt schon so viel dahinter, diese Wandlungsf\u00e4higkeit zu u\u0308ben, dass ich nicht u\u0308ber den Schwerpunkt hinaus gehe und wegfalle, sondern dass ich im Gleichgewicht bleibe, also praktisch die perfekte Symbolisierung des Yin-Yang-Symbols, dass ich also niemals aus diesemYin-Yang-Symbol ausschere, sondern immer in der Mitte, der Wandlung, bleibe. Das ist phantastisch, finde ich.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-15499\" src=\"http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE3-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE3-199x300.jpg 199w, http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE3-768x1159.jpg 768w, http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE3-678x1024.jpg 678w, http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE3.jpg 962w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Manfred hat das Prinzip des K\u00e4mpfens mal ganz einfach formuliert. Er sagte: \u201eSeitdem irgendwelche Schlauen mal auf die Idee gekommen sind, von den B\u00e4umen herunterzuklettern und die Steppen unsicher zu machen, hat man gelernt sich mit F\u00e4usten und H\u00e4nden zu wehren\u201c, (lacht).\u00a0Und da hat jeder irgendeinen Weg gefunden. Der eine nimmt den Weg, der andere nimmt den Weg, aber letztendlich haben wir zwei F\u00e4uste und zwei Fu\u0308\u00dfe und damit k\u00f6nnen wir irgendetwas machen. Bruce Lee hatte das \u00e4hnlich formuliert. Er soll gesagt haben: \u201eKampfkunst ist eigentlich was ganz Einfaches: Trete, wenn du treten musst, schlage, wenn du schlagen musst!\u201c Das ist es eigentlich, mehr ist es nicht! That&#8217;s it (lacht). Und wenn man sich mal genau u\u0308berlegt, denkt man, so simpel kann es ja nicht sein? Doch, das ist es, glaube ich, ganz einfach. Aber man macht es unheimlich kompliziert und verheddert sich, weil man meint, man mu\u0308sse da tausend Techniken haben, von hinten durchs Auge und noch komplizierter. Dabei ist es eigentlich eine ganz einfache Sache. Man muss nur Sinken und Loslassen und die 10 Prinzipien beherrschen. Dann ist es klar.<\/p>\n<p class=\"p1\">Sinken und Loslassen sind nicht meine Worte, sondern der letzte Gro\u00dfmeister des Yang-T<em>ai-Chi<\/em>, Cheng Man-ch\u2019ing soll dies in den letzten Jahren seiner Unterrichtst\u00e4tigkeit fast nur noch, als Hinweis zu seinen Schu\u0308lern beim \u00dcben des <em>Tai-Chi-Chuan<\/em> , gesagt haben. Und deswegen, finde ich, h\u00f6rt das auch nie auf. Man kann nie sagen, jetzt kann ich es. Das ist eigentlich das Phantastische, man kann nie sagen, man ist am Ende, das kann ich. Das sage ich den Leuten bei meinem <em>Tai-Chi<\/em> -Kurs auch immer, wenn ihr die <em>Tai-Chi<\/em>-Form z. B. k\u00f6nnt, dann ist es nicht damit getan, dass ihr jetzt eine Form \u201ek\u00f6nnt\u201c und das ist dann <em>Tai-Chi-Chuan<\/em>. Das ist Quatsch! Es gibt sowieso nicht das Tai-Chi -Chuan. Es gibt die Prinzipien, nur die. Alles andere ist v\u00f6llig Wumpe, was du darum herum machst. Deswegen ist auch das Erlernen einer Form gar nicht das Entscheidende, das ist fu\u0308r mich eine nette Nebensache, sondern dass ich die Prinzipien verinnerliche und die vor allen Dingen auch in den Alltag mitnehmen kann. Ich merke das zum Beispiel auch zu Hause, wenn unsere drei Kinder mal wieder ein bisschen Theater oder L\u00e4rm machen; jetzt bin ich mittlerweile fast auf so einem Level, dass ich merke, wenn meine Schultern hoch gehen. Dann denke ich, Mensch, warum ziehe ich jetzt meine Schultern hoch? Die k\u00f6nnen auch unten bleiben! Das ist die Umsetzung des Tai-Chi-Chuan<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>in den Alltag. Das ich also nicht mehr mit hochgezogenen Schultern rumrenne und mich irgendwann wundere, warum ich ein Schulter-Nacken-Syndrom habe, sondern dass ich einfach nur lerne, meine Schultern unten zu lassen, dass ich entspannt bleibe, dass ich sinke, dass ich nicht bewusstlos bei vollem Bewusstsein in den Tag hineinstolpere. Das ist eigentlich der Kern, den man mitnimmt. Wenn man urspru\u0308nglich gedacht hatte, ich mache mal Kampfkunst, um mich auf der Stra\u00dfe selbst zu verteidigen, so ist das meiner Meinung nach schon lange vorbei, denn auf der Stra\u00dfe musst du heute, meist, eine Waffe haben, was auch immer fu\u0308r eine Waffe. Mit empty-hands<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>sich noch zu verteidigen, ist heutzutage sicherlich noch m\u00f6glich. Aber ich glaube, wenn ich mich nur mit dem Gedanken besch\u00e4ftige, wie ich mich auf der Stra\u00dfe behaupten kann, brauche ich mich eigentlich nur hinzustellen und zu sagen: \u201eIch lerne jetzt bretthart zuzutreten und damit komme ich dann auch weiter oder ich lerne schnell wegzulaufen\u201c. Das ist aber nicht der Kern der Kampfkunst. Deswegen hei\u00dft es ja auch Kunst! Kunst ist es, wie kann ich das in mein Leben integrieren und fu\u0308r mich das Beste daraus ziehen, dass ich nicht der gefu\u0308rchtete Stra\u00dfenk\u00e4mpfer bin, sondern dass ich gesund und entspannt durchs Leben gehe. Das ist, glaube ich, das Entscheidende dabei. Weniger der Gedanke, mich selbst nur auf der Stra\u00dfe behaupten zu k\u00f6nnen. Viele sagen ja auch immer, was kannst du denn, zeig mir doch mal einen Trick! Wie gesagt, ich hole eine 44er aus der Tasche und das ist meine Kampfkunst! Das kannst du auch sagen (lacht). Deswegen finde ich es auch immer so vermessen, was da im Netz angeboten wird, es gibt ja teilweise im Internet diese Videos, wo Leute zeigen, wie sie eine Messerabwehr machen mit Entwaffnung und solche Sachen. Das ist teilweise so hanebu\u0308chener Scheiss, den man da sieht. Das ist wahrlich Kamikaze! Darauf kommt es auch gar nicht an, das ist es nicht einzig und allein. Dieser Kampfkunst-Gedanke geht weiter. Das Eine ist, dass ich lerne, u\u0308berleben zu k\u00f6nnen, auf der Stra\u00dfe oder sonst wo. Das ist ein Aspekt. Aber das Leben kann auf der Stra\u00dfe fu\u0308r den Anderen (oder fu\u0308r mich?) auch schnell vorbei sein. Viel wichtiger ist, was kann ich da fu\u0308r mich lernen, um ganz entspannt durchs Leben zu gehen. Ich glaube, das ist die Verquickung.<\/p>\n<p class=\"p1\">Ein anderer Aspekt: Als ich mit dem <em>Ju-Jutsu<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>so richtig in Fahrt kam, begann ich nach drei Jahren mit der \u00dcbungsleiter-Ausbildung bei Martin. Und diese \u00dcbungsleiter-Ausbildung sah nicht nur so aus, dass wir da didaktische Lernketten vermittelt bekamen, also wie vermittele ich vom Bekannten zum Unbekannten Techniken, Wu\u0308rfe, Schl\u00e4ge, Tritte, sondern es bestand ja auch daraus, dass wir zum Beispiel lernen sollten, die Anatomie des Menschen zu verstehen. Und dort war auch ein Bestandteil der \u00dcbungsleiter-Ausbildung die Sportmedizin. Da war damals ein <em>Ju-Jutsuka<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em>als Referent, der hie\u00df Birger Kuhlmann. Birger Kuhlmann war (ist) ein guter Freund von Martin H\u00f6ft, die beiden hatten zusammen <em>Ju-Jutsu\u00a0<\/em>gemacht. Martin hatte Bauingenieur-Wesen studiert und Birger Medizin. Das war natu\u0308rlich eine ideale Kombination, <em>Ju-Jutsu<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>und Medizin. Dann hat er uns die Medizin, also sportmedizinische Kenntnisse, vermittelt in dieser \u00dcbungsleiter-Ausbildung. Dadurch kriegte ich auch diesen Bogen zur Medizin und kam sodann dazu, dass ich nochmals umschwenkte und die Ausbildung zum Physiotherapeuten begann. Denn ich hatte ja von 1973 bis 1976 Schriftsetzer gelernt und von 1982 bis 1985 auch eine Erzieher-Ausbildung absolviert. Nach dem Abgang aus der IGS Roderbruch ging ich ins Annastift und begann am 1. September 1980 mit der Ableistung meines Zivildienstes. Durch meine Zivildienstt\u00e4tigkeit hatte ich auch viel Kontakt zur Krankengymnastik bekommen. Durch meine Arbeit als Zivildienstleistender hatte ich ganz viel Kontakte zu Kindern, zu p\u00e4dagogischen Konzepten und hatte so auch einen Einblick ins Internatsleben. Dort gab es Schulinternate, und dieser Bereich hatte mich so interessiert und fasziniert, dass ich auch gerne in diesem Bereich arbeiten wollte. Das konnte ich natu\u0308rlich nicht als Schriftsetzer oder als Zivildienstleistender, sondern da musste ich auch eine entsprechende Qualifikation fu\u0308r haben. Da begann dann meine Erzieherausbildung im Stephansstift, gegenu\u0308ber vom Annastift; nach der Ausbildung begann ich 1985 im Annastift als Erzieher im Bereich der Schulinternate zu arbeiten. So entstand praktisch der \u00dcbergang vom Zivildienstleistenden im Annastift zum Erzieher im Annastift. In den Internaten hatten wir die Kinder und Jugendlichen, die tagsu\u0308ber in der Werner-Dicke-Schule unterrichtet wurden und danach bei uns im Internat untergebracht waren. Wir waren ja praktisch so wie eine Familie fu\u0308r die Kinder. Direkt vor Ort, auf den Internaten, arbeiteten Besch\u00e4ftigungstherapeuten, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten. Die hatten eigene R\u00e4ume in den Internaten, wo wir dann die Kinder zu ihren einzelnen therapeutischen Behandlungsma\u00dfnahmen hinbrachten. Ich sah dabei \u00f6fter mal zu, und das hatte mich so fasziniert, wie die Krankengymnasten arbeiteten, dass ich u\u0308ber diesen Bogen \u2013 J<em>u-Juts<\/em>\u00a0, \u00dcbungsleiter, Sportmedizin, Arbeit im Annastift, Kontakt zur Krankengymnastik \u2013 noch mal den Beruf des Physiotherapeuten ausw\u00e4hlte, den ich mir damals selbst finanzierte. Da ich das nicht bezahlt bekam, machte ich oft Sp\u00e4tdienste in den Internaten und teilweise auch Nachtwachen, ein hartes Brot. So habe ich mir meine Ausbildung finanziert. Ich hatte vorher auch Geld gespart, aber das reichte nicht aus, denn ich musste Schulgeld bezahlen und dazu natu\u0308rlich meinen Lebensunterhalt finanzieren. Das war ein ganz sch\u00f6n harter Pappenstiel muss ich sagen, diese Ausbildung habe ich mir wahrlich teuer erkauft. Auch durch Schulden, die ich danach dann abbezahlte mit vielen Entbehrungen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Das hat sich aber fu\u0308r mich gelohnt, denn ich stellte fest, dass dieser Beruf des Physiotherapeuten fu\u0308r mich der Start war zu mehr und mehr Verquickung zwischen <em>Tai-Ch-Chuan<\/em> , Kampfkunst, Physiotherapie und Medizin. Du besch\u00e4ftigst dich ja mit dem K\u00f6rper, indem du dich mit der Kampfkunst besch\u00e4ftigst und wenn du nicht nur so ein hohler, stumpfer Sandsackklopper bist, der irgendwo dagegen haut, sondern u\u0308ber deinen Tellerrand hinausschaust, dann kommst du auch irgendwann zu diesen ganzen medizinischen Dingen, denn du willst verstehen, wie funktioniert dein K\u00f6rper, wie macht der das, oder warum tut\u2019s dir heute hier weh und da weh. Da schlie\u00dft sich eigentlich der Kreis. Das ist das, was viele Leute sich auch gar nicht so bewusst machen. Das beste Beispiel ist ja auch Manfred, diese riesige Entwicklungs-Kette, die er gemacht hat. Wenn man sich u\u0308berlegt, dass er mal Einzelk\u00e4mpfer-Ausbilder war, von Beruf Kartograph, Kampfsportler, dann hat er Casey kennengelernt. Anschlie\u00dfend seine ganzen Kampfkunst-Seminare, die er auch in den USA gab, dadurch lernte Manfred dann Chiropraktiker kennen, hatte wohl auch viel in den USA von diesen Chiropraktikern gelernt. So entstand der Bogen dazu, dass er eine Heilpraktiker-Ausbildung absolvierte und nun eine eigene Praxis fu\u0308r komplement\u00e4re Regulationsmedizin hat. Ein riesiger Bogen, vom Kartographen zum Einzelk\u00e4mpfer-Ausbilder, Kampfku\u0308nstler, TCM-Therapeut und Chiropraktiker. Und dazwischen jede Menge Kampfsport. Das geh\u00f6rt einfach alles zusammen.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Erz\u00e4hl doch noch ein bisschen von Martin H\u00f6ft.<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Martin H\u00f6ft und Birger Kuhlmann hatten damals beide in der \u201eSportschule Uhlmann\u201c <em>Ju-Jutsu<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>gemacht, wie ich anfangs schon sagte. Martin hatte noch so einige Photos bei sich zu Hause in seinem Schrank stehen, wo er mit Birger Kuhlmann drauf ist und Birger einen gesprungenen Seitw\u00e4rtsfu\u00dftritt macht, wobei Martin sich in einer Abwehrposition befindet. Das gestellte klassische Photo, das viele bestimmt so machten. Die beiden hatten so eine Symbiose, haben ganz viel zusammen trainiert. Ich kann sagen, Martin und Birger waren hier in Niedersachsen die herausragenden Pers\u00f6nlichkeiten im <em>Ju-Jutsu<\/em>. Martin wohl noch ein bisschen mehr, dadurch, dass er auch \u00dcbungsleiterausbilder und Landestrainer fu\u0308r <em>Ju-Jutsu<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>war. Birger war auch dadurch bekannt, dass er viele Schu\u0308ler trainierte und diese bei den ganzen Pru\u0308fungen, die wir gemeinsam gemacht hatten \u2013 die Schu\u0308lergrad-Pru\u0308fungen und auch die Dan-Pru\u0308fungen \u2013, dass da immer die Schu\u0308ler von Martin H\u00f6ft und Birger Kuhlmann mit die Besten waren, die sind nie durchgefallen. Birger hatte noch eine etwas andere Art des <em>Ju-Jutsu<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>gemacht, die war noch sehr stark am Karate ausgerichtet, was nun aber nicht bedeuten soll, dass seine Auslegung des <em>Ju-Jutsu<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>jetzt schlechter war, ganz im Gegenteil. Die Leute waren alle super. Birger kennt natu\u0308rlich auch Manfred. Birger ist mittlerweile Internist und arbeitet in Hannover, Georgstrasse, in einer Gemeinschaftspraxis mit dem Schwerpunkt HIV- und Aids-Patienten. Ich wei\u00df gar nicht, ob er heute noch <em>Ju-Jutsu<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>macht. Birger und Manfred kooperieren heute gewisserma\u00dfen. Hat Birger den Eindruck bzw. die Best\u00e4tigung, dass ein Patient von ihm ein Fall fu\u0308r Manfred sein k\u00f6nnte und umgekehrt Manfred dies bei seinen Patienten auch, dass einer von Manfreds Patienten ein Fall fu\u0308r einen Facharzt der westlichen Medizin sei, dann empfehlen sie sich gegenseitig.<\/p>\n<p class=\"p1\">Anmerken m\u00f6chte ich hier ganz besonders, dass Manfred im Rahmen seiner T\u00e4tigkeit in seiner Praxis sehr wohl seine Grenzen kennt und nicht den \u201eDas-Kriegen-Wir-Schon-Hin\u201c-Allrounder spielt. Erfahren konnte ich das hautnah, da ich auch oft Patient bei Manfred war, und er vermutete bei mir damals, dass ich eine Erkrankung haben k\u00f6nnte, bei der seine Kompetenzen am Ende seien. Recht hatte er, ich hatte (habe) als Diagnose eine rheumatische Erkrankung, chronische Polyarthritis, damals von einem Rheumatologen gestellt bekommen, und Manfred empfahl mir dringenst, dass ich nun dieses vom Rheumatologen verordnete Medikament nehmen mu\u0308sse. \u00c4u\u00dferst kompetent und verantwortungsbewusst von Manfred. Die Grenzen kennen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Durch die Lehrg\u00e4nge, die Manfred damals im<em> Ju-Jutsu<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>gab, war auch Birger oft dabei und lernte da natu\u0308rlich Manfred kennen. Birger war ja damals auch schon ganz begeistert von Manfred. Er sagte damals zu mir, dass Manfred einer der besten Kampfsportler sei, die er je gesehen hatte, und es gibt ganz viele Bilder von mir und von Birger, Manfred, und Martin, alle in Klaus Kothes damaligem \u201eLittle China Town\u201c in Garbsen.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-15503\" src=\"http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE4-1024x691.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"691\" srcset=\"http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE4-1024x691.jpg 1024w, http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE4-300x203.jpg 300w, http:\/\/chinese-boxing-institute.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/WE4-768x519.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\">Klaus Kothe war ein langj\u00e4hriger Privatschu\u0308ler von Manfred, der eine eigene, sehr stilvolle und gut eingerichtete Schule, das besagte \u201eLittle China Town\u201c, in Garbsen selbst\u00e4ndig aus einer alten Lagerhalle umfunktionierte und lange Jahre dort auch Fu\u00dfballer nach Sportverletzungen rehabilitierte (Klaus war fru\u0308her ein sehr guter Halbprofi-Fu\u00dfballer, zus\u00e4tzlich zur Kampfkunst). Im \u201eLittle China Town\u201c gab es stilu\u0308bergreifende Lehrg\u00e4nge, wo Martin den ersten Teil des Lehrgangs gab und dann Manfred. Birger war hier natu\u0308rlich aktiv dabei. Bei Birger hatte ich selbst nie Unterricht, aber bei den Pru\u0308fungen, Landeslehrg\u00e4ngen oder den Lehrg\u00e4ngen u\u0308berhaupt, die ja u\u0308bergreifend waren fu\u0308r alle, da habe ich viele Schu\u0308ler von Birger kennengelernt, und das waren alles, wie ich vorhin schon sagte, durchweg sehr gute Ju-Jutsuka. Detlef kenntauch noch einige von Birgers Schu\u0308lern. Und wenn man diesen Kreis so zuru\u0308ckverfolgt, dann lief das schon ziemlich zielstrebig auf diesen jetzigen Moment in Sachen Kampfkunst hinaus. Und wie Manfred damals oft sagte: \u201eIch k\u00f6nnte nicht sagen, ich habe dieses eine Ziel, ich habe nur gemerkt, es h\u00f6rt nie auf\u201c. Du drehst den Wasserhahn an und es l\u00e4uft und l\u00e4uft, es h\u00f6rt nicht auf. Es sei denn, ich drehe den Wasserhahn in mir selbst irgendwann ab, weil ich kein Interesse mehr habe und das nicht mehr verfolgen will. Aber wenn ich den Wasserhahn aufgedreht lasse, dann kann das Wasser dahin laufen, es kann dahin laufen, aber es h\u00f6rt einfach nie auf zu laufen&#8230;es ist ALLES so unendlich wie das Weltall.<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Was ist heute fu\u0308r dich eine Motivation Kampfkunst zu machen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"p2\">Dass ich lerne immer entspannter zu werden, dass ich runterkomme von diesem Trip: schneller, h\u00f6her, weiter. Dass ich lerne mit den Ressourcen, die ich habe, einigerma\u00dfen vernu\u0308nftig zu haushalten und dass ich vor allem auch merke, dass ich mich selbst zusammenhalten kann. Ich lerne ja, wie ich vorhin schon sagte, durch das Vermitteln der Kampfkunst auch selber. Und in dem ich mir selbst immer wieder sage und es praktiziere: \u201eSinken und Loslassen\u201c, werde ich auch immer entspannter. Ich kann heute gar nicht mehr beschreiben wie es ist, wenn ich mich hinstelle und in das Wuji, die sogenannte Grundposition, gehe. Was ich dabei empfinde, das kann ich schon gar nicht mehr beschreiben. Und das ist fu\u0308r mich Grund genug, da jeden Tag weiterzumachen. Dass ich mich hinstelle und loslasse. Das Gefu\u0308hl des Loslassens, des Sinkens, jeden Tag von neuem. Das ist fu\u0308r mich mittlerweile die Motivation, das immer weiter zu machen. Ich lerne auch, dass dieses Feld immer feinstofflicher wird. Der Makrokosmos, den ich von au\u00dfen sehe, dann, wenn ich die Form mache, geht in den Mikrokosmos u\u0308ber, ins immer kleinere Detail. Es geht in jede einzelne Zelle und noch weiter. Es kann immer mehr aufgespalten werden, das h\u00f6rt nie auf!. Das ist fu\u0308r mich ein Grund da weiter zu machen, weil ich glaube, dass es noch eine ganze Menge zu lernen gibt. Gar nicht mehr so sehr Technik A, Technik B und Technik C, sondern wie kann ich mich noch besser strukturieren, meinen K\u00f6rper noch besser ausrichten, wie kann ich noch besser stehen, letztlich, wie kann ich die 10 Prinzipien von Casey noch besser umsetzen und vor allem, was kann ich noch entdecken, kann ich \u201eneue Tu\u0308ren\u201c \u00f6ffnen, andere Prinzipien noch entdecken? Dieser Grundgedanke von fru\u0308her, dieses K\u00e4mpfen, die absolute Priorit\u00e4t, dass man alles und jeden bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen muss, ich glaube davon muss ich mich, muss ein jeder Kampfku\u0308nstler sich verabschieden. Die Leute, die ich damals kennenlernte und mit denen ich gro\u00df geworden bin, diese von mir beschriebenen Stra\u00dfenk\u00e4mpfer, da hatte nie einer Karate oder Judo oder sonst was gemacht, das brauchten sie auch gar nicht. Wenn einer von diesen Streetfightern durch die Wand wollte, dann ist er auch durch diese Wand gegangen. Er hatte sich zwar selbst den Kopf eingehauen, aber das war ihnen echt schei\u00dfegal, einfach durch und gut, mehr oder weniger. Da brauchte keiner von ihnen Karate oder \u00e4hnliches trainieren. Ich glaube, das lag viel in deren Naturell.<\/p>\n<p class=\"p1\">Ich glaube Manfred Steiner, so wie er ist, der w\u00e4re auch ohne Chinese Boxing<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>ein Tier gewesen (lacht). Egal was er auch gemacht h\u00e4tte, Judo, Karate<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>oder was auch immer. Daran wird, glaube ich, deutlich, dass es gar nicht so entscheidend ist, WAS man macht, sondern WIE man es macht, wie man es fu\u0308r sich umsetzt. Und ich mache es so fu\u0308r mich, dass ich versuche, immer mehr zu entspannen, immer mehr loszulassen, immer mehr zu sinken und vor allem immer mehr in eine Gelassenheit hineinzukommen, die mich aber niemals phlegmatisch werden l\u00e4sst. Das ich also gegenu\u0308ber meinen Mitmenschen, meiner Umwelt oder dem was in der Welt passiert, nicht gleichgu\u0308ltig werde. Das ist nicht das Ziel. Aber ich lerne zu sehen, was ich daran \u00e4ndern kann, und wenn ich es nicht \u00e4ndern kann, wie kann ich das kompensieren, wie kann ich damit umgehen, und wie kann ich dabei trotzdem noch gelassen und entspannt bleiben? Dieses Arrangieren ist, glaube ich, das, was das Entscheidende ist. Ich glaube, da k\u00f6nnen einem vor allem die inneren Kampfku\u0308nste, egal was man jetzt macht, <em>Bagua Chang<\/em>, <em>Hsing-I Chuan<\/em><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>oder <em>Tai Chi Chuan<\/em>, die k\u00f6nnen dazu sehr stark beitragen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Es ist wirklich eine Reise ins Ich, zu sich selbst. Du gehst in dich hinein und guckst, fu\u0308hlst; das h\u00f6rt eigentlich nie auf. Deswegen gibt es da fu\u0308r mich auch kein Ende, dass ich sage, so jetzt habe ich die 10 Prinzipien verstanden. Ich vergleiche die Kampfkunst immer ganz gern &#8211; es hei\u00dft ja nicht umsonst Kampfkunst-, mit einem Ku\u0308nstler einer anderen Kunst, mit einem Musiker. Nur als Beispiel mit einem Gitarristen, einem speziell klassisch versiertem Gitarristen, der im Orchester spielt, der wird sicher auch nie sagen: \u201eSo, jetzt kann ich klassische Gitarre spielen, kann alle fu\u0308r klassische Gitarre komponierten Stu\u0308cke, nun bin ich perfekt, kann jetzt alles.\u201c Der entdeckt immer noch einen Ton an der Gitarre, den er noch besser spielen k\u00f6nnte, wo er noch eine andere Griffvariante herausfindet, denkt vielleicht, so kann ich noch besser spielen, so ist es viel leichter, so verkrampfen meine Fingermuskeln nicht so stark. Oder der Maler, der macht einen Pinselstrich und entdeckt pl\u00f6tzlich: \u201eMensch, wenn ich das so streiche, dann ist das doch viel leichter, das sieht viel sch\u00f6ner aus, das harmoniert viel besser!\u201c So ist das fu\u0308r mich auch in der Kampfkunst. Du kannst malen, du kannst musizieren, du kannst Kampfkunst ausu\u0308ben, es gibt immer irgendwas noch zu verbessern. Oder auch der Fu\u00dfballer, der wird nie auslernen, der wird immer noch lernen, ich kann den Ball auch so annehmen, oder so annehmen.<\/p>\n<p class=\"p1\">Ich sage immer ganz gern, die Internal Martial Arts, die wir ausu\u0308ben, diese Innere Kampfkunst, da gibt es Fu\u00dfballer, die sind auf ihre Art auch internal. Das sieht man, z. B. an Zinedine Zidan, den ich sehr verehre, oder Messi, das sind fu\u0308r mich solche \u201einternal\u201c Fu\u00dfballer. Die nehmen den Ball an und gehen durch die Reihen, als wenn der Ball an denen dranh\u00e4ngt. Dahinter steckt sicher so viel Arbeit, und sicher ist auch \u201eWas\u201c mit in die Wiege gelegt worden, aber die entdecken garantiert jeden Tag wieder was Neues, abseits vom profitorientierten Fu\u00dfballgesch\u00e4ft: Wie kann ich den Ball noch besser annehmen, damit er nicht so weit von mir wegspringt, sondern an mir kleben bleibt usw. Und so ist das sicher in allen anderen Bereichen auch, das ist immer wieder vergleichbar. Und daher: Internal, dieses innere Entdecken und Handeln, das macht die Einfachheit aus. Nicht mehr dieses Komplizierte, tausend verschn\u00f6rkelte Sachen, die keiner mehr verfolgen kann, sondern das Einfache, dieses Unspektakul\u00e4re, die, wie Bruce Lee es formulierte, \u201eFormlose Form\u201c. Das ist fu\u0308r mich die Motivation, immer weiter zu machen, es noch einfacher zu machen und noch mehr in die Tiefe zu gehen. Das ist das, was ich erreichen m\u00f6chte. Immer wieder back to the roots, immer wieder zuru\u0308ck. Wenn ich dann auf dem Sterbebett liege, dann muss ich vielleicht, bevor das Herz aufh\u00f6rt zu schlagen, mich noch einmal kurz hinstellen (wenn m\u00f6glich) und sagen: \u201eSo, jetzt habe ich es verstanden (lacht). Das nehme ich jetzt mit nach OBEN und da u\u0308be ich weiter!\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Sehr sch\u00f6n! Das ist jetzt auch ein gutes Schlusswort an der Stelle! Vielen Dank Wolfgang fu\u0308r\u00a0<\/strong><strong>dieses Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<h6>Bilder: Wolfgang Eikens, Dirk Wetter, Olaf Pachten<\/h6>\n<p class=\"p3\">Zur Person:<\/p>\n<p class=\"p1\">Wolfgang Eikens, Jahrgang 1956, unterrichtet seit Anfang der 90er Jahre und bis heute<em> Tai Chi Chuan<\/em>. Dar\u00fcber hinaus ist er begeisterter Jogger und l\u00e4uft dreimal die Woche in der Eilenriede. Im Rahmen seiner beruflichen Weiterbildung an der IGS-Roderbruch lernte er Detlev Zimmermann kennen, mit dem er gemeinsam fu\u0308r einige Jahre die Schulbank dru\u0308ckte. Gemeinsam trainierten sie\u00a0<em>Ju-Jutsu<\/em> bei Martin H\u00f6ft und landeten schliesslich in der Einzelk\u00e4mpferschule von Manfred Steiner, wo sie dann erstmals mit dem <em>Chinese Boxing<\/em> von Christofer Casey in Kontakt kamen. Wolfgang unterrichtet seit Mitte der 80er Jahre Chinese Boxing. Er lebt mit seiner Familie in Hannover und arbeitet als Physiotherapeut im Annastift.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Bruce Lee es formulierte, \u201eFormlose Form\u201c. 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