Chinese Boxing in der Moderne

Chinesisches Boxen als innere Kampfkunst – wodurch zeichnet es sich aus und was habe ich davon? Für uns Autoren – Holger Jongen, Olaf Pachten und Eric Metz – geht es hier darum, Wissen um die traditionellen chinesischen Kampfkünste zu bewahren und Interessierten Trainingsmöglichkeiten in Deutschland aufzuzeigen.

Im Gegensatz zu den äußeren Kampfstilen, die man auch Wai Jia Chuan (External Martial Arts) nennt, bezeichnet man die inneren Kampfstile als Nei Jia Chuan (Internal Martial Arts). Der Hauptfokus der inneren Kampfkünste liegt vor allem in der Entwicklung der körpereigenen Energie (Qi), der Gesunderhaltung und der Beruhigung des Geistes. Das Training konzentriert sich auf Muskelentspannung, mentale Entspannung, ganzheitliche Körperbewegung, runde, spiralförmige Bewegungen, die Vernetzung von Geist und zentralem Nervensystem und die Bewusstwerdung aller inneren, nicht-muskulären Strukturen des Körpers sowie deren Nutzung.

Die Ursprünge der inneren Kampfkünste liegen in der Nei Gung Tradition der taoistischen Meditation. Das Energiekonzept des Nei Gung gilt auch als die Basis des ganzheitlichen Gesundheitskonzeptes der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Neben der Arbeit am eigenen Selbst gehört auch dazu, diejenigen zum Selbstschutz zu befähigen, die im Ernstfall sonst überfordert wären.

Braucht es in der heutigen Zeit überhaupt Kampfkunst? Wir sind überzeugt: Chinese Boxing hilft über das Vertraut-Werden mit dem eigenen Körper dabei, mit Konfliktsituationen und Alltagsstress besser fertig zu werden. Grundlage des Chinese Boxing ist das Verständnis von energetischen Abläufen. Der Name leitet sich von dem chinesischen Sammelbegriff Chung Kuo Chuan  für vorrangig waffenlose Kampfkünste ab.

Die Kombination aus Offenheit, Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit, die von einer inneren Überzeugung der Wehrhaftigkeit und Handlungsfähigkeit begleitet wird, stellt die von uns angestrebte Haltung hinter der inneren Kampfkunst des Chinesischen Boxens dar. Menschen mit einer solchen Haltung werden über ihren Körper eine andere Art von Bewusstsein entwickeln, die ihre Interaktion mit Mitmenschen maßgeblich beeinflusst. Neben dem Aspekt, dass Mitmenschen offenes Interesse als positiv bewerten, tritt ein weiterer Vorteil hinzu: Eine offen selbstbewusst gezeigte Haltung passt nicht in das „Beuteschema“ potenzieller Straftäter. Dennoch bleibt ein Grundsatz bestehen: Wir trainieren die Methode des Chinesischen Boxens auch, weil wir notfalls mit der Anwendung von Gewalt für unsere Sicherheit und die Sicherheit unserer Mitmenschen einstehen wollen, wenn eine gewaltlose Möglichkeit der Konfliktbeseitigung nicht möglich ist.

Viel Freude beim Entdecken.

Bei Fragen schreiben Sie gern an info(at)chinese-boxing-institute.de.

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